Combinat 56: Website online, Preise da
Pünktlich wie angekündigt “zur Mitte des Monats” hat das Combinat 56 seine Website online gebracht. Die sieht gut aus, bietet auch ein paar Informationen, aber noch keinen wirklich tiefen Eindruck vom neuen CoWorking-Space – aber der eröffnet ja auch erst am 1.5.
Das Combinat hat auf der Seite aber schon mal Nutzungsregeln und Preise veröffentlicht. Ich finde es wunderbar, dass man sich im Vorfeld Gedanken über die Rahmenbedingungen der Nutzung macht, bin aber skeptisch, ob man so umfangreiche Regeln braucht.
Beispiele:
- “alle Nutzer stellen ihr Handy auf lautlos”
- “Nachtarbeit: Bitte ohne Festbeleuchtung!”
- “Um seinen eigenen Saftglasrand kümmert sich jeder selbst.”
- “Im Combinat 56 arbeiten wir ähnlich wie in einer Bibliothek: im Arbeitsbereich geht es etwas ruhiger zu.”
Auch bei den Preisen bin ich etwas überrascht:
- Halber Tag: 20 Euro
- Ganzer Tag: 30 Euro
- Monatlich halbtags: 250 Euro
- Monat ganztags: 350 Euro
- Geschäftsadresse: 50 Euro/Monat
Zudem gibt es nur 18 Schreibtische, was die Flexibilität einschränken könnte.
Was meint ihr? Was könnte die Zielgruppe von Combinat 56 sein?
- CoWorking in Ausgburg bei max 30.1
- 1. CoWorking Munich Treffen
- Review: Diskussionsrunde “Coworking in München” des Netzwerk Gemeinsinn e.V.
- Genossenschaftsmodell für CoWorking?
- Coworking in München – Jetzt!? (Updated)





Mathias Fiedler 15. April 2010
Nicht vergessen das alle Preise Nettopreise sind. Ist schon recht teuer, aber die Immobilienpreise in München kann man ja auch schwer mit denen z.B. in Leipzig vergleichen. Jetzt muss noch die Ausstattung / Immobilie zeigen das der hohe Preis gerechtfertigt ist.
Jörg Dennis Krüger 15. April 2010
Das Müncher teurer ist – okay. Das Combinat sortiert sich aber wohl an der Spitze der Preisstruktur – selbst in München – ein. Ich bin sicher, dass die hochwertige Ausstattung, das Gebäude und die Lage den Preis prinzipiell rechtfertigen. Aber: Ist das dann CoWorking? Oder gehen dabei viele der Gedanken dahinter verloren und es ist eigentlich eher eine schicke Bürogemeinschaft?
Johannes 15. April 2010
Schon der Name… und dann diese komische Website… und so viele Regeln… ist das Nostalgiearbeiten, wie im Osten oder was? Ostbüro zu Westpreisen?
Johannes 15. April 2010
Ah… und das ist ja auch eine GmbH… die wollen damit richtig Geld verdienen, oder? Das kann nicht klappen… das passt nicht zu CoWorking… (oder die werden halt eine alternative zu Ecos & Co. – aber dann sind sie weit weg von CoWorking!)
Maddin 15. April 2010
Kann nur sagen, mutig! Endlich mal jemand, der nicht nur redet, sondern auch handelt.
Ehrlich gesagt finde ich diese Diskussion typisch deutsch. Erst mal alles schlecht reden. Schade. DAS ist so gar nicht CoWorking.
Ich bin auf alle Fälle gespannt, wie es wird und werde es sicher mal ausprobieren.
Roland 16. April 2010
@Maddin
Konkurrenz belebt das Geschäft. Solange nicht alle Anbieter 100%ige Kopien darstellern, sondern jeweils einen eigenen Ansatz verfolgen, ist es für uns Kunden prima: Wir suchen uns das beste Angebot heraus, es werden beidseitig Dinge ausprobiert. Ich denke alle Anbieter sind flexibel genug, Regeln und Preise bei Bedarf anzupassen.
Die Anbieter mit >10 Arbeitsplätzen sind bisher in Mucowo.de in Großhadern (imho ziemlich gut, war bereits 5h dort arbeiten) und eben Combinat56 in Schwabing-West. Großhadern ist direkt an der U-Bahn jedoch am Stadtrand, Schwabing-West ist leider noch nicht besonders gut erschlossen, dafür miettechnisch hochpreisig.
Ich finde trotzdem, man sollte alle Anbieter *jetzt* ausprobieren. Die 20-30 Eur sollte man investieren und dann kann man auch mitreden.
Wer nur lamentiert und auf die 1a Luxus-Coworking-Facilityam Marienplatz für 5€/Tag wartet, sorgt auch dafür, dass sich Coworking nicht verbreitet: Man geht ja nur ein Risiko ein, wenn man den Markt für ausreichend groß hält.
Und klar, Geld verdienen gehört dazu, zumindest die Kostendeckung. Wer hier kritisiert, dass ein bei Betreiber eine GmbH ist, hat wohl noch nie über rechtliche und organisatorische Gründe bei mehreren Gründern nachgedacht.
Sorry — Das Sozialamt vermietet einfach keine Büros.
henry 17. April 2010
@Jörg Dennis Krüger
Warum sollte Coworking in einer schicken Bürogemeinschaft nicht funktionieren?
Ich denke Coworking hat nichts mit der Ausstattung dem Preis oder welche Unternehmensform die Bürogemeinschaft hat zu tun.
Kann natürlich sein das hier eine andere Zielgruppe angesprochen wird.
Jörg Dennis Krüger 17. April 2010
@Henry: Danke für deine Meinung! Ich sehe den Unterschied zwischen Bürogemeinschaft und CoWorking vor allem in der Dynamik. Eine Bürogemeinschaft ist eher statisch – CoWorking hoch dynamisch mit täglich anderen Nutzern.
Alexander 19. April 2010
> und das ist ja auch eine GmbH… die wollen damit richtig Geld verdienen
Ja, warum auch nicht? Die Betreiber gehen ins Risiko, binden sich nicht unerhebliche monatliche Belastungen ans Bein. Das muß honoriert werden. Wer meint, dass CoWorking-Orte Aldi-Veranstaltungen sein müssen, der soll halt weiter bei einem Cola pro Tag ins Cafe gehen.
Mal etwas ketzerisch: Für CoWorking-Betreiber sind das ohnehin keine guten Kunden – sie werden spätestens mittelfristig die Rechnungen nicht bezahlen können (und damit den CoWorking-Space gefährden) und es ist auch die Frage, ob sie für professionelle Nutzer so gute CoWorking-Partner sind.
Insofern finde ich den Versuch eines höherpreisigen CoWorking-Angebotes sogar sehr gut.
Daneben könnte die GmbH-Frage auch eine rein praktische sein und mit dem Mietvertrag (und der Haftung) zusammenhängen.
Was in einem Space abgeht, das hat weder mit der Rechtsform noch mit IKEA-Schreibtischen zu tun. Es hängt von den Nutzern ab, deren Zusammensetzung und davon, ob der Space etwas anbietet, das die Vernetzung und nicht zuletzt das gute Arbeiten fördert.
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