Coworking in München – Jetzt!? (Updated)
CoWorking in München steckt immer noch in den Kinderschuhen bzw. eigentlich noch weit vor seiner Geburt. Warum ist das so? Die Nachfrage nach CoWorking in München ist nicht klein und von vielen kommen immer wieder Anfragen und Wünsche mitzuarbeiten. Es haben sich auch einige in München dieses Themas angenommen und versuchen eine Community aufzubauen und so irgendwie einen CoWorking-Space in München zu gründen.
Dabei wird nicht gegeneinander gearbeitet, sondern eigentlich arbeiten alle in die gleiche Richtung. Es ist den meisten egal, wer am Ende der Betreiber des Spaces ist – hauptsache es entsteht ein Platz, an dem flexibel und professionell gearbeitet werden kann.
Also warum geht es nicht voran?
Das Hauptproblem ist und bleibt die Kostenseite. Brauchbare Büroflächen in München sind teuer. Einfach eine alte Lagerhalle zum CoWorking-Space umzufunktionieren, ist in München aus verschiedenen Gründen nicht möglich.
- Es gibt keine alten Lagerhallen o.ä. in einer gut erreichbaren Lage im Stadtbereich
- Es ist den meisten CoWorking-Interessenten in München sehr wichtig, dass der Space möglichst repräsentativ ist.
Selbst, wenn man nur von einer Miete von 10,00 Euro/m² ausgeht, werden monatliche Mietkosten (bei einer Fläche von 250m², was wohl das Minimum darstellt) von 2.500 Euro anfallen – zzgl. Nebenkosten. Initial ist eine Kaution von min. 7.500 Euro notwendig. Darüber hinaus Einrichtungs- und Entwicklungskosten von nicht unter 25.000 Euro (eher deutlich mehr). Für die ersten sechs Monate entstehen also allein Kosten in Höhe von mindestens 50.000 Euro.
Diese 50.000 Euro Initialinvestment beinhalten dann:
- Mietsicherheit (~7.500 Euro)
- Miete für die ersten sechs Monate (~18.750 Euro)
- Renovierung (~5.000 Euro]
- Möblierung [~12.000 Euro)
- Elektronische Geräte (Kaffeemaschine, Drucker etc.) (~ 3.000 Euro)
- Betrieb (Reinigung, Telefon, Internet etc.) für die ersten Wochen/Monate (~2.000 Euro)
- Marketing (~2.000 Euro)
Gründungskosten der GmbH und unvorhergesehene Ereignisse müssen zusätzlich noch finanziert werden – ggf. in dem man den Mietpuffer von 6 auf 3 Monate reudziert, was aber mit einer gewissen Gefahr einher geht. Durch Sponsoring (Möbel, EDV) und Eigenleistung (Renovierung) kann wohl auch noch der ein oder andere Euro gespart werden – wenn man dann Sponsoren findet.
Eine Variante wäre noch, die Mietsicherheit durch eine Versicherung abzudecken. Dies spart zwar zu Beginn Kapital, am Ende muss man aber trotzdem jemanden haben, der im Falle des Falles dafür gerade steht.
Bevor nicht eine Summe in mindestens dieser Höhe verfügbar ist, wird es niemandem möglich sein, einen CoWorking-Space zu entwickeln. Darüber hinaus reichen die einkalkulierten sechs Monate (oder halt sogar nur drei) nicht, um dann erst eine Community aufzubauen und Mieter zu gewinnen. Ein guter Grundstock an Mietern muss von vorne herein existieren.
Und wie sieht es mit dem dauerhaften Betrieb aus?
Personalkosten und Kosten für den dauerhaften Betrieb sind dabei noch außen vor und können wahrscheinlich in der ersten Zeit durch Eigenleistung der Mitgliedern/Gesellschafter gespart werden. Der CoWorking-Space muss darüber hinaus aber auch sehr schnell einen Umsatz von mindestens 10.000 Euro / Monat erwirtschaftet werden, um den Space betreiben und die laufenden Aufgaben decken zu können (dann inkl. Personalkosten).
- Miete (~2.500 Euro)
- Nebenkosten (~700 Euro)
- Strom (~500 Euro)
- Telefon/Internet (~100 Euro)
- Verbrauchsmaterial (~1.000 Euro)
- Mitarbeiter (~3.000 Euro)
- Reparaturen, Investitionen, Werbung, Rücklagen, sonstige Kosten (~ 2.000 Euro)
Dies bedeutet wiederrum, dass ein CoWorking-Space 50 Nutzer braucht, die jeweils durchschnittlich 200 Euro im Monat ausgeben (einige mehr, einige weniger). Ist das realistisch?
Jeder kann Investor sein
Wenn sich nun diese 50 finden und jeder von ihnen einen Betrag i.H.v. 1.000 – 2.000 Euro investieren würde (=notwendiger Betrag + etwas Puffer), wäre dies ggf. eine Basis, um zu starten. Mit diesem Geld könnte z.B. eine Genossenschaft oder eine GmbH gegründet werden, die dann den Aufbau des Spaces finanziert.
Dies wäre aus vielen Gesichtspunkten sinnvoll.
- Das notwendige Kapital wäre kostengünstig verfügbar.
- Die Last wäre auf viele Schultern verteilt.
- Es gäbe einen großen Nutzerkreis, der Interesse am Funktionieren des Spaces hat. Dies ergibt bereits von der Basis der viel Mundpropaganda und ein großes Netzwerk.
- Es wäre viel Know-how verfügbar!
Nachteile gibt es natürlich auch – 50 Gesellschafter sind keine kleine Zahl und es wird nicht einfach sein, diese alle unter einen Hut zu bekommen. Aber gibt es Alternativen?
Wer macht mit?
Darum der Aufruf! Wer würde ein solches Investment tätigen wollen? Ich kann mir gut vorstellen, dass die Gesellschaft eine Rendite von 5% auf das Kapital erwirtschaften kann und so zum Jahresende für jede eingezahlte 1.000 Euro eine Dividende von 50 Euro auszahlen kann, vielleicht auch etwas mehr.
Sowie sich die ersten 10 gefunden haben, ziehen wir das hier gerne noch etwas größer auf. Die ersten zwei, drei sind bestimmt schon da. Also, wer macht noch mit?
- Review: Diskussionsrunde “Coworking in München” des Netzwerk Gemeinsinn e.V.
- CoWorking heißt Zusammenarbeit!
- Luitpoldpark?
- 1. CoWorking Munich Treffen
- München braucht Coworking!





RalfLippold 18. Oktober 2009
Hallo,
wie sieht die Lean-Variante mit geringstem Invest aus? Was ist wirklich nötig? Was ist die Intention von CoWorking München?
Beste Grüße aus Dresden (auf dem Sprung zum nächsten Vorbereitungstreffen von CoWorking Dresden, namens LockSchuppen, 300 € p.m. sollten reichen!)
Ralf
Jörg Dennis Krüger 18. Oktober 2009
Hallo Ralf,
wie vorgerechnet… für 15.000 Euro haben wir gerade mal die Mietsicherheit und die erste Miete bezahlt… und das nur, wenn wir eine günstige Immobilie finden (~250m², ~10 Euro Miete + ~2,50 Euro Nebenkosten).
Meine Kalkulation ist bereits der realisitsche minimale Invest mit einem (sehr) kleinen Puffer.
Grüße,
Dennis
bred 19. Oktober 2009
Mit 3 Monatsmieten (Brutto) wirst du, meiner Erfahrung nach, in München selten hinkommen. Zum Teil sogar 6, gerade bei Neugründungen und einem unsichern Geschäftsmodel. Dafür könnte inzwischen der ein oder andere mietfreie Monat herausspringen, gerade am Anfang.
Jörg Dennis Krüger 19. Oktober 2009
Da hast du natürlich recht… dafür lässt das vorgestellte Finanzmodell aber gerade noch genug Spielraum. Die Lage auf dem Mietmarkt ist aber auch nicht sooo gut, so dass man schon einiges verhandeln kann.
bred 19. Oktober 2009
… aber er wird es werden – und damit kann man schon ein bischen Druck aufbauen, vor allem bei nicht absolut hochpreisigen Immobilien.
Jörg Dennis Krüger 19. Oktober 2009
Ganz genau. Und da wir eher im unteren mittleren Segment gucken, sehe ich gute Chancen. Vor allem sind auch schon entsprechende Immobilienangebote da.
RalfLippold 19. Oktober 2009
Hallo Jörg,
wie sieht die Minimal-Variante aus mit Arbeiten im Starbucks mit freiem WLAN (wenn’s das denn gibt in München)?
Das kann doch unmöglich bei 15.000 € liegen.
Jörg Dennis Krüger 19. Oktober 2009
Wenn du im StarBucks arbeiten willst…. ich finde ein Café ist keine Umgebung um zu arbeiten, zu telefonieren, Meetings abzuhalten, Kunden zu empfangen, etc…
Hilmar Sturm 20. Oktober 2009
Genossenschaft finde ich sympathischer und praktischer als GmbH:
- Ein- und Austritt von Mitgliedern ohne Notar und Registergericht: offen und flexibel, kostengünstig
- kleine Genossenschaften haben erleichterte Buchhaltungs- u. a. Bedingungen
- Prinzip: jedes Mitglied hat eine Stimme
- Möglichkeit der steuerbegünstigten genossenschaftlichen Rückvergütung
- passt genau zum Zweck und Ansatz von coworking
- …
Ich hab schon mal eine Genossenschaft gegründet und bin deren Vorstandsmitglied. Beratung bekommt man gratis vom http://www.zdk-hamburg.de (oder http://www.zdk.coop) und auch anfangs vom http://www.gv-bayern.de. Ich mache auch gern mit.
Die Frage, ob es realistisch sei, dass ein CoWorking-Space 50 Nutzer braucht, die jeweils durchschnittlich 200 Euro im Monat ausgeben (einige mehr, einige weniger), kann ich nicht beantworten. Man müsste ja einen Teil davon bereits als Interessenten in der Kartei haben, bevor man anfängt, sonst ist das Risiko zu groß. Wie viele Interessenten gibt’s denn schon?
In Berlin geben viele Teilnehmer viel weniger pro Monat aus, haben nur stundenweise einen Arbeitsplatz und vor allem ein Postfach. Habt Ihr schon mal eine Mischkalkulation mit verschiedenen Mitmacher-Typen angestellt? (Dauernutzer, tageweise, stundenweise, nur Besprechungsraum, …)
Die Hauptfrage ist: Kommt man günstiger hin als in einer x-beliebigen Bürogemeinschaft oder mit einem eigenen kleinen Büro? Wenigstens teurer darf es nicht sein. Da muss der Mietzinsvorteil der größeren Immobilie schon zu spüren sein.
Viele Grüße und dranbleiben!
Jörg Dennis Krüger 20. Oktober 2009
50 Nutzer sind mehr als realistisch. Die Nachfrage ist wirklich groß. Inkl. Gelegenheitsnutzer wird man schnell dreistellig sein. Ich schicke meine Mails mittlerweile an ~40 Leute. Diese Website wird von über 100 Personen/Tag abgerufen. Der Makler meinte, dass er sehr viele Anfragen bzgl. kleinen Büros oder ähnlichem hat – für die es aber keine Angebote gibt. Er bot von sich aus an, die Interessenten weiter zu reichen. Es gibt eine umfangreichere Kalkulation, die von drei Klassen ausgeht: Tagesnutzer (~20 Euro), Teilzeitnutzer (~ 250,00 Euro) und Monatsnutzer (~ 400,00 Euro) – alles deutlich günstiger, als eine normale Bürogemeinschaft. Und vor allem hat man die Flexibilität, auch mal kurzzeitig mehr Platz zu nutzen. Zusätzlich kann man natürlich das Postfach und andere Leistungen (Meetingraum etc.) gesondert vermarkten. Genossenschaft finde ich gut!
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